





Da Josef Manner die Qualität der Schokolade seines Lieferanten jedoch nicht zufriedenstellte, entschloss er sich, selbst in die Schokoladenproduktion einzusteigen. Im Alter von nur 25 Jahren kaufte Josef Manner einem kleinen Schokoladenerzeuger dessen Konzession, Lokal und bescheidene Einrichtung im 5. Bezirk in der Wildenmanngasse (heute Strohbachgasse) ab. Am 1. März 1890 gründete er die „Chocoladenfabrik Josef Manner“.
Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges am 28. Juli 1914 stellte die Firma Manner vor beträchtliche, aber zunächst nicht unlösbare Probleme. Mit einem aus Friedenszeiten wohl gefüllten Vorratslager kam man anfangs recht gut über die ersten Kriegsjahre. Doch spätestens in den Jahren 1918 und 1919 versiegten die letzten Ressourcen, und die Hernalser Süßwarenfabrik konnte sich nur mit einiger Mühe über Wasser halten.
Auch der einst schier unerschöpfliche Absatzmarkt der ehemaligen Donaumonarchie von 56 Millionen Menschen schrumpfte auf gerade mal sechs Millionen Einwohner der Ersten Republik Österreich.
Eine schwere Probe
Die folgenden Jahrzehnte stellten gerade die zweite Unternehmergeneration, die nach dem Tode von Johann Riedl im Jahr 1929 und der Pensionierung von Josef Manner 1935 das Unternehmen zu führen hatte, auf eine schwere Probe, die allerdings mit äußerster kaufmännischer Sorgfalt und eiserner Sparsamkeit bestanden wurde. Aus dieser Zeit stammt der bis heute überlieferte Seufzer:
„Wenigstens einen Waggon Schokolade oder Schnitten (gemeint waren zehn Tonnen) sollte man am Tag doch verkaufen können!“
Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges im September 1939 schob dann allen Investitionsplänen noch einmal einen Riegel vor. Immerhin konnte Josef Manner I. am 1. März 1940 den fünfzigjährigen Bestand der von ihm gegründeten Firma „Chocolade Manner“ feiern und etliche Mitarbeiter der ersten Stunde leisteten ihm dabei Gesellschaft.
Den Bombenhagel des Jahres 1945 überstand das Produktionsgebäude der Firma Manner beinahe intakt, und auch der Maschinenpark blieb vollkommen erhalten. Nach Kriegsende wurde die Firma durch einen – allerdings unfreiwilligen – Beitrag zur „Stalinspende“ zwar um ihre letzten Vorräte gebracht, doch es bestand immerhin die Möglichkeit eines vorsichtigen Neubeginns. Mitten in dieser Neubeginn-Phase verstarb der Firmengründer Josef Manner am 5. Mai 1947.